Für gute Schulen in Porta

Bericht zur Grund­schul­de­bat­te in Por­ta West­fa­li­ca

Nein – es geht nicht um die Spal­tung von Por­ta (vgl. MT-Bericht vom 27.7. “Grund­schul­streit: FDP befürch­tet Spal­tung Por­tas”), und es geht auch nicht um die bes­ten Unter­schrif­ten­jä­ger (vgl. MT-Bericht vom 25.8. „Initia­ti­ve pro Schul­erhalt sam­melt 1.400 Unter­schrif­ten in Nee­sen und Ler­beck“), son­dern um Pri­vi­le­gi­en.
In Por­ta gibt es fünf­zehn Orts­tei­le mit 8 Schul­stand­or­ten. Nicht jeder Orts­teil hat also, und dass schon seit Jah­ren, eine Grund­schu­le vor Ort. In Velt­heim kämp­fen eini­ge Bür­ger vehe­ment für den Erhalt der dor­ti­gen Schu­le als Teil­stand­ort im Grund­schul­ver­bund Eis­ber­gen-Velt­heim. Dass nun in Velt­heim eine ers­te Klas­se mit 14 Grund­schul­kin­dern an den Start geht, wohin­ge­gen in Eis­ber­gen in einer glei­chen ers­ten Klas­se mit 28 Kin­dern beginnt, ist aus Sicht des SPD-Stadt­ver­ban­des bedau­er­lich. Hier wür­de man sich bes­se­re Lern­chan­cen für alle 42 Schul­an­fän­ger in zwei Klas­sen mit jeweils 21 Kin­dern wün­schen, und das durch alle vier Grund­schul­jah­re hin­durch. Der Rats­be­schluss mit einem gemein­sa­men Schul­stand­ort in Eis­ber­gen trägt dem Rech­nung und ist auch für die nächs­ten Jah­re ziel­füh­rend. Das zei­gen auch die kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Gebur­ten­zah­len der letz­ten Jah­re für Velt­heim. lt. Ver­wal­tung in 2015 -16 und in 2017 – 14 Neu­ge­bo­re­ne. Es ent­wi­ckelt sich kei­ne Nach­hal­tig­keit an die­sem Stand­ort.
Vor dem Hin­ter­grund der gerin­gen Gebur­ten­zah­len in Velt­heim muss die Fra­ge erlaubt sein, ob die von der BI gewünsch­te Sanie­rung mit einer kur­zen Halt­bar­keits­zeit von höchs­tens 15 Jah­ren mit Kos­ten von weit über einer Mil­li­on Euro eine sinn­vol­le Ver­wen­dung von knap­pen Steu­er­gel­dern ist. Der SPD-Stand­ver­band stellt sich auch in die­ser Fra­ge hin­ter den aktu­el­len Rats­be­schluss.
Und auch Klei­nen­bre­men wird von der BI mani­pu­la­tiv dar­ge­stellt, ins­be­son­de­re auch beim Unter­schrif­ten sam­meln. Da im Gegen­satz zur BI-Mei­nung die Sanie­run­gen nicht mit der Gieß­kan­ne ein­fach auf alle Schu­len ver­teilt wer­den sol­len, hat der Rat im Rah­men der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Finanz­mit­tel nach diver­sen öffent­li­chen Exper­ten­an­hö­run­gen ver­ant­wor­tungs­vol­le Ein­zel­fall­ent­schei­dun­gen getrof­fen. Dabei wer­den der­zeit Sanie­run­gen in Ven­ne­beck und Klei­nen­bre­men nicht als dring­lich ein­ge­stuft. Trotz­dem bleibt es beim Rats­be­schluss, dass Klei­nen­bre­men nicht geschlos­sen wird!
Gleich­zei­tig hat im aktu­ells­ten MT-Arti­kel die BI-Akti­ons­grup­pe Nee­sen erst­mals den Ein­satz nur für die eige­nen Kin­der als Haupt­mo­ti­va­ti­on bestä­tigt. Sie will ver­hin­dern, dass für die Nee­ser Kin­der der Schul­weg län­ger wird und ver­gisst zu erwäh­nen, dass es die Zahl der Grund­schü­ler aus Ler­beck etwa dop­pelt so groß ist wie die aus Nee­sen. Die­ses Zah­len­ver­hält­nis wird sich auch in den nächs­ten Jah­ren nach der­zei­ti­gem Stand nicht ändern. Ins­ge­samt wer­den durch die zen­tra­le Lage in Ler­beck zukünf­tig deut­lich mehr Kin­der kür­ze­re Wege haben wer­den. Die dafür not­wen­di­ge Schul­weg­si­che­rung nach Ler­beck ist in brei­ter Exper­ten­run­de auch in Abstim­mung mit Eltern­ver­tre­ter kon­zep­tio­nell auf den Weg gebracht. Und dies gilt natür­lich erst recht für die Nam­mer Schü­ler, die uner­wähnt blei­ben, deren Schul­weg sich aber qua­si hal­biert. Deut­lich wird die­se gerech­te­re Lösung durch den Rats­be­schluss auch dar­an, dass dem­entspre­chend die Schü­ler­be­för­de­rungs­kos­ten jähr­lich um 14 500€ sin­ken wer­den.
Der SPD-Stadt­ver­band lehnt daher das Bür­ger­be­geh­ren aus Velt­heim und Nee­sen ab, da es die Pri­vi­le­gi­en eini­ger Ein­woh­ner weni­ger Orts­tei­le ver­fes­tigt und geht davon aus, dass auch die Bür­ger von Por­ta West­fa­li­ca sich mehr­heit­lich für die exper­ten­ge­stütz­ten Ein­zel­fall­ent­schei­dun­gen des Rates der Stadt Por­ta West­fa­li­ca mit zukünf­tig 7 statt 8 Schul­stand­or­ten aus­spre­chen wer­den. Nur dann kön­nen des Rats­be­schlus­ses die ver­blei­ben­den Haupt­stand­or­te Ler­beck, Eis­ber­gen, Holz­hau­sen, Haus­ber­ge und Bark­hau­sen mit sinn­vol­len Inves­ti­tio­nen für einen Zeit­raum von 50 Jah­ren zukunfts­fä­hig aus­ge­stal­tet wer­den.

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